Schallschutz im mehrgeschossigen Holzbau

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Schallschutz im mehrgeschossigen Holzbau2019-03-12T10:31:13+00:00

Schallschutz

Ob zuhause in der Mietwohnung, im Hotel während der Städtereise oder in der Ferienwohnung im Sommer: Zuviel räumliche bzw. akustische Nähe zu den Nachbarn schafft in der Regel relativ rasch emotionale Distanz. In der Baubranche ist Schallschutz bzw. Schalldämmung – auch bei Holzbauten – deshalb ein wichtiges Thema.

Schallschutz-Vorschriften

Seit 2005 (Revision 2015) die Brandschutzvorschriften angepasst wurden, ist mehrgeschossiger Holzbau in der Schweiz dank Erfahrung und Standardisierung einfach realisierbar geworden.

Zentrales Element ist die sogenannte Norm SIA 181 «Schallschutz im Hochbau»*. Sie regelt ganz konkret, wie und wo welche Emissionsgrenzwerte gelten. Was in der Regel bei Einfamilienhäusern nicht relevant ist, wird bei mehrgeschossigen Bauten ein Thema. Sobald mehrere unabhängige Nutzer in einem Gebäude wohnen, wird die Schalldämmung besonders wichtig.

Arten von Schall

In der Theorie werden zwei Arten von Schall unterschieden:

  • Luftschall: Schallwellen/Geräusche
  • Trittschall: Schwingungen (ausgelöst u.a. durch Schritte)

Decken, Böden, Wände und Treppen übertragen den Trittschall. Das ist bei der Wahl der verwendeten Materialien zu berücksichtigen. Holz hat andere Eigenschaften als Massivbaustoffe (z.B. Beton). Es gilt als leichter Baustoff.

Schallschutz-Massnahmen im Holzbau

Deshalb wird – primär im niedrigen Frequenzbereich –  bei Holzkonstruktionen der Schall eher übertragen. Mit schalldämpfenden baulichen Massnahmen begegnet man dieser Beeinträchtigung der Privatsphäre:

  • Decke allgemein: Erhöhung der Masse mit Platten (bei Massivholzdecken), Sand (in Hohlraumdecken) oder durch zusätzliche Aufbaumaterialien (Unterlagsboden, Schüttungen)
  • abgehängte Decke: leichte Decke, unter die Rohbaudecke gehängt (teilweise mit Federbügeln)
  • Boden allgemein: mehrschichtiger Aufbau mit weichem Unterboden (z.B. Kork, Holzfaserplatten), Folie (Feuchtigkeitssperre) und sichtbarem Fussboden (Laminat bzw. Parkett oder Teppich)
  • Schwimmender Unterlagsboden auch «schwimmender Estrich»): dank Dämmmaterial (z.B. Styropor) keine direkte Verbindung zwischen festem Boden und fester Konstruktion
  • Wand: vorgehängte Gipsplatten, Zwischenraum gefüllt mit Dämmmaterial (z.B. Zellulose/Holzwolle/Steinwolle)
  • Treppe: Entkoppelung vom Baukörper

Hinweis: Der Schallschutz bezieht sich auf Massnahmen ausserhalb von Räumen und Wohnungen. Die Optimierung der Geräuschkulisse innerhalb eines einzelnen Raums behandelt die Akustik.

* SIA = Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein

Siehe auch:
AZ Galgenholz Frauenfeld

Holzbau-Schalldämmung mit entkoppelter Treppe: Schallschutz im Alterszentrum Reutenen Frauenfeld | Krattiger Holzbau AG Amriswil

Holzbau-Schalldämmung mit entkoppelter Treppe:
Schallschutz im Alterszentrum Reutenen Frauenfeld | Krattiger Holzbau AG Amriswil

Holzbau-Schalldämmung: sichtbare Balkenlagendecke mit Akustikplatte im EG und Überbeton, Trittschall und Unterlagsboden im OG im AZ Galgenholz in Frauenfeld | Krattiger Holzbau AG Amriswil

Holzbau-Schallschutz::
sichtbare Balkenlagendecke mit Akustikplatte im EG und Überbeton, Trittschall und Unterlagsboden im OG im AZ Galgenholz Frauenfeld | Krattiger Holzbau AG Amriswil

Trittschall-Dämmung im Holzbau: Schwimmend verlegter Unterlagsboden mit Trittschalldämmung im AZ Galgenholz in Frauenfeld | Krattiger Holzbau AG Amriswil

Trittschall-Dämmung für Schallschutz im Holzbau:
Schwimmend verlegter Unterlagsboden mit Trittschalldämmung im AZ Galgenholz in Frauenfeld | Krattiger Holzbau AG Amriswil