Ersatzbau im Minergie-P-Standard

Ein neues Ausbildungszentrum für Polizei, Feuerwehr, Sanität und Zivilschutz: Mit Sicherheit eine gute Idee. Die Krattiger Holzbau AG ist als Totalunternehmer (TU) von A bis Z verantwortlich für das Projekt.

Der Kanton Thurgau beschritt 2015 neue Wege! Erstmals überhaupt machte das kantonale Hochbauamt eine Totalunternehmer-Ausschreibung für ein Gebäude der öffentlichen Hand. Aus ökologischen Gründen sollte ein Holzbau-Unternehmen das gesamte Vorhaben als TU betreuen.

175 Bäume – aus der Schweiz

Der Vorschlag der Krattiger Holzbau AG überzeugte die Verantwortlichen: Ein zweistöckiger Holzbau mit Eingangshalle, Mensa für 124 Personen und insgesamt 6 Schulungs- und Unterrichtsräumen ersetzt den bestehenden Komplex aus den 1970er-Jahren. Das Projekt ist wegweisend. Denn der Kanton setzt damit auf Nachhaltigkeit, natürliche Bauweise und die Ästhetik des Baustoffes Holz. Zudem ist der Holzbau ökonomisch interessant.

Das Gebäude entsteht – bis auf die Bodenplatte im Erdreich – komplett aus einheimischem Holz. 175 Fichten mit einem Gesamtgewicht von 70 Tonnen wurden dafür in Ostschweizer Wäldern gefällt. Der Minergie-P-Standard garantiert tiefe Energie- und Betriebskosten auch in der Zukunft.

Seit Beginn der Planungsphase im Februar 2016 arbeitete die Krattiger Holzbau AG gemeinsam mit Architekten, Holzbau-Ingenieuren und Kantonsvertretern an der Umsetzung des Projektes. In der modernen Produktionshalle der Krattiger Holzbau AG entstanden bereits ab August 2016 die bis zu 12 Meter langen Elemente für die Aussenhülle und den Innenbereich. Der teilweise Abbruch der bestehenden Infrastruktur und der Aushub für das Fundament starteten direkt nach dem Spatenstich am 1. Juni 2016.

Richtig gross

35 Meter lang, 25 Meter breit – die Baustelle ist imposant! Wer auf diesem Gelände steht, kann sich kaum vorstellen, dass bereits im Juni 2017 die Eröffnung stattfindet.

Dank effzienter Abläufe und immenser Erfahrung haben die gut harmonierenden Teams die Zeitplanung im Griff. Auf 18 Tiefladern werden im Oktober und November 2016 die 220 Elemente angeliefert und von 8 Zimmerleuten direkt verbaut. Die Montage geht zügig vorwärts. Hier zeigt sich ein weiterer Vorteil des Holzelement-Baus: Die Kanäle für Strom und Sanitär-Installationen sind bereits – so weit als möglich – in Boden, Wand und Decke integriert.

Angaben zum Projekt

Bezeichnung Ausbildungszentrum Galgenholz
Aufgabe Ersatzbau
Standort Galgenholz, Frauenfeld
Bauherr Kanton Thurgau
Verfahren Ausschreibung
Konstruktionsprinzip Holzbau mit 2 Geschossen
Bausumme/Volumen CHF 5 Mio.
Leistungsbereich TU
Auftragssumme CHF 5 Mio.
Ausführungsjahr 2016/2017
beteiligter Architekt Architekturbüro Grosjean, Kreuzlingen
beteiligter (Holzbau-)
Ingenieur
Krattiger Engineering, Happerswil
Besonderes/
Herausforderungen
erste TU-Ausschreibung durch Kanton Thurgau, erstmals Holzbau-Firma als TU